Wie alles begann

Ein Hotel mit Geschichte

Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Alpinismus an Bedeutung zu gewinnen. Die Erforschung der Berge – mit deren Erstbesteigungen in die Tat umgesetzt – wurde zum Trendsport der Zeit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war aus dem abgeschiedenen kleinen Bergdorf Zermatt ein aufstrebender Sommerkurort geworden. Wohlhabende Städter kamen zur Sommerfrische in die Berge und verbrachten hier oft mehrere Ferienwochen.

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Das Hotel Riffelhaus gehört als lebendiger Zeitzeuge zur goldenen Epoche des Alpinismus. Hier wurde Bergsteiger- und Hotelgeschichte geschrieben. Auch die Erstbesteiger der Dufourspitze machten sich im Jahr 1855 vom Riffelhaus aus auf den Weg zum höchsten Berg der Schweiz (4634 m).

Die berühmtesten Bergsteiger der Welt logierten im Riffelhaus. Diese grosse Tradition ist im Hotel mit zahlreichen Bergführerportraits allgegenwärtig. Die Gemälde zeigen Alpinisten von damals und heute.

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Der Pfarrer und der Bergtourismus

Unter der Federführung des Zermatter Dorfpfarrers Josef Ruden erwarben drei Zermatter von der Burgergemeinde ein Stück Boden auf dem Riffelberg und bauten dort 1853 ein kleines Gasthaus. Der Bau des 18-Betten-Hauses gestaltete sich schwierig und kostspielig. Auf die wilde 2548 m ü. M. liegende Anhöhe führte noch keine Zahnradbahn und ausser herber Schönheit, Steinen und Sand gab es hier nichts. Holz musste von der Riffelalp, alles Übrige von Zermatt her mit Lasttieren und Menschenkraft hinauf getragen werden.

Im Trend der Zeit

Viele Einheimische prophezeiten schon leicht schadenfreudig den vorzeitigen Ruin. Dem war aber offensichtlich nicht so. Ein Hotel abseits aller Zivilisation war ganz im Trend der damaligen Zeit. Erst kamen die Bergsteiger und bald folgten viele weitere Mitglieder der oberen Gesellschaftsschichten, die angesichts der aufkeimenden Industriegesellschaft die Vorzüge der Natur entdeckten.

Das goldene Zeitalter des Alpinismus

Vis-à-vis vom Matterhorn wurde im Riffelhaus sozusagen das goldene Zeitalter des Alpinismus eingeläutet. Schon 1855, im zweiten Jahr seines Bestehens, begann von hier aus die Erstbesteigung des höchsten Berges der Schweiz, der Dufourspitze.

Wegbereiter des Tourismus

Um den Neidern den Wind aus den Segeln zu nehmen, aber auch, weil sich die drei Besitzer des Riffelhauses ausser Stande sahen, ihr kleines Hotel mit eigenen Mitteln zu vergrössern, verkauften sie es im Jahr 1862 an die Burgergemeinde von Zermatt. Den Erbauern ging es nicht darum, sich zu bereichern. Sie wollten die Zermatter aufrütteln und allen Unkenrufen zum Trotz beweisen, dass die Zukunft des armen Dorfes im Tourismus liegt.

160 Jahre Tradition

Mitten in einem herrlichen Ski- und Wandergebietes auf fast 2600 m ü. M. gelegen, hat sich das Hotel auf dem Riffelberg im Laufe von über 160 Jahren einen klingenden Namen geschaffen, der weit über die Bergketten des Wallis hinaus bekannt ist. Im Jahre 1982 wurde das ganze Hotel renoviert und verfügt heute über 60 Betten.

(Inhalte basierend auf dem Buch «Hotels erzählen» von Ernesto Perren, Rotten Verlag, Visp; nur in Deutsch erschienen)

Umbau und Renovation 2014

Mit der umfassenden Modernisierung des Hauses beweisen die Burger von Zermatt, dass sie nach wie vor an die Kraft dieses einmaligen Hauses glauben und es in seiner schneesicheren, naturnahen Umgebung erhalten und erneuern wollen. Damit es noch viele Jahre für Gäste aus der ganzen Welt ein einmaliges Erlebnis bietet.